Es wollt ein Bauer früh aufsteh'n

  Kürenberger  

Akkorde


D
Es wollt ein Bauer früh aufstehen, 
                   A
Es wollt ein Bauer früh aufstehen, 
                      D 
wollt raus auf seinen Acker gehen, 
A        D        A        D
fateri tarallala, fateritara.


Und als der Bauer nach Hause kam, 
da wollt er was zu fressen ha'm.

"Ach, Lieschen, koch mir Hirsebrei 
mit Bratkartoffeln, Spiegelei!"

Und als der Bauer saß und fraß,
da rumpelt in der Kammer was.

"Ach, liebe Frau, was ist denn das? 
Da rumpelt in der Kammer was!"

"Ach, lieber Mann, das ist der Wind, 
der raschelt da am Kchenspind."

Der Bauer sprach: "Will selber sehen, 
will selber raus in d' Kammer gehen!"

Und als der Bauer in die Kammer kam, 
zog sich der Pfaff die Hosen an.

"Ei Pfaff, was machst in meinem Haus? 
Ich jag dich ja sogleich hinaus!"

Der Pfaffe sprach: "Was ich verricht? 
Dei Frau, die kann die Beicht noch nicht!"

Da nahm der Bauer ein Ofenscheit 
und schlug den Pfaffen, dass er schreit.

Der Pfaffe schrie: "O Schreck, o Graus!" 
und hing den Arsch zum Fenster raus.

Da kamen die Leut von nah und fern 
und dachten, es sei der Morgenstern.

Der Morgenstern, der war es nicht, 
es war des Pfaffen Arschgesicht.

So soll es allen Pfaffen gehen, 
die nachts zu fremden Weibern gehen.

Und die Moral von der Geschicht: 
Trau nie des Pfaffen Arschgesicht!


(Musik & Text: traditionell, 16. Jahrhundert)